Kurz zusammengefasst: Die PKV ist weder grundsätzlich besser noch grundsätzlich teurer als die gesetzliche Krankenversicherung. Sie passt zu bestimmten Lebenssituationen sehr gut und zu anderen schlecht. Weil die Rückkehr in die GKV gesetzlich stark eingeschränkt ist, sollten Sie die Entscheidung so treffen, als wäre sie endgültig.
Wer darf sich überhaupt privat versichern?
- Angestellte mit einem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze (JAEG), 2026: 77.400 € im Jahr bzw. 6.450 € im Monat (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).
- Selbstständige und Freiberufler unabhängig vom Einkommen.
- Beamte, die über die Beihilfe ihres Dienstherrn einen Teil der Krankheitskosten erstattet bekommen. Beim Bund sind das grundsätzlich 50 %, mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern und für Versorgungsempfänger 70 %, für Kinder 80 % (§ 46 BBhV). Die Länder haben eigene Regeln.
Was kostet die PKV im Vergleich zur GKV?
Angestellte
Wer als Angestellter über der Versicherungspflichtgrenze verdient, liegt automatisch über der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat und zahlt in der GKV den Höchstbeitrag. Der Arbeitnehmeranteil inklusive Pflegeversicherung beträgt 2026 für Kinderlose 648,09 € im Monat, bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 %.
Zum Vergleich nennt Finanztip für gesunde 35-jährige Angestellte in leistungsstarken PKV-Tarifen einen eigenen Anteil von etwa 371 bis 573 € im Monat (Stand 01/2025, nach Arbeitgeberzuschuss). Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des PKV-Beitrags, 2026 höchstens 508,59 € für die Krankenversicherung plus einen Zuschuss zur Pflegeversicherung.
Selbstständige
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige zahlen bei Einkünften ab der Beitragsbemessungsgrenze 2026 bis zu 1.261,31 € im Monat (mit Krankengeldanspruch und Pflegeversicherung, kinderlos). Bei geringen Einkünften gilt eine Mindestbemessung, der Mindestbeitrag liegt bei rund 223 € ohne Krankengeld und Pflege. Laut Finanztip kosten leistungsstarke PKV-Tarife für gesunde 35-jährige Selbstständige inklusive 150 € Krankentagegeld etwa 792 bis 1.009 € im Monat (Stand 01/2025).
Das zeigt ehrlich: Gutverdienende Selbstständige können in der PKV deutlich sparen, wer wenig oder schwankend verdient, zahlt in der GKV oft weniger. Alle PKV-Werte sind Beispielbeiträge. Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheit, Tarif und Selbstbehalt ab und kann sich seit dem Stand der Quelle verändert haben. Wie sich die Beiträge zusammensetzen, erklärt unser Ratgeber PKV-Kosten im Monat.
Für wen lohnt sich die PKV eher?
- Junge, gesunde Angestellte mit Einkommen dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze
- Selbstständige und Freiberufler mit stabilem, gutem Einkommen und finanziellen Rücklagen
- Beamte und Beamtenanwärter, weil die Beihilfe einen großen Teil der Kosten trägt
- Singles und Paare, bei denen beide Partner eigenes Einkommen haben
- Menschen, denen vertraglich zugesicherte Leistungen wie Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer oder hohe Zahnerstattung wichtig sind
Für wen ist die GKV oft die bessere Wahl?
- Familien mit einem Hauptverdiener: In der GKV sind Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder beitragsfrei mitversichert, in der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag.
- Menschen mit schwankendem oder niedrigem Einkommen: Der GKV-Beitrag passt sich dem Einkommen an, der PKV-Beitrag nicht.
- Menschen mit ernsten Vorerkrankungen: Die GKV nimmt ohne Gesundheitsprüfung auf. In der PKV drohen Zuschläge, Ausschlüsse oder eine Ablehnung. Wie Sie das vorab anonym klären, lesen Sie im Ratgeber PKV mit Vorerkrankungen.
- Späte Einsteiger: Wer erst mit Mitte 40 oder später wechselt, hat weniger Zeit, Alterungsrückstellungen aufzubauen, und zahlt dauerhaft einen höheren Beitrag.
- Wer im Alter knapp kalkulieren muss: Der PKV-Beitrag läuft in der Rente weiter, unabhängig von der Höhe der Rente.
Was bedeutet die PKV für Familie und Kinder?
Jedes Kind braucht in der PKV einen eigenen Vertrag. Sind die Eltern verheiratet oder verpartnert und ist nur einer gesetzlich versichert, sind die Kinder dort nicht beitragsfrei familienversichert, wenn der privat versicherte Elternteil regelmäßig mehr verdient als der gesetzlich versicherte und sein Einkommen über einem Zwölftel der Versicherungspflichtgrenze im Monat liegt (§ 10 Abs. 3 SGB V). Bei Beamten ist die Lage günstiger: Für Kinder zahlt die Beihilfe des Bundes 80 %, versichert wird nur der Rest.
Was passiert im Alter?
PKV-Beiträge steigen nicht wegen Ihres Alters. Dafür bilden die Versicherer Alterungsrückstellungen, die bis zum 60. Lebensjahr durch einen gesetzlichen Zuschlag von 10 % aufgestockt werden. Beiträge steigen aber, wenn die Gesundheitskosten steigen. Zum 1. Januar 2027 betrifft das laut PKV-Verband rund 53 % der Privatversicherten, Details im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung 2027. Als Rentner erhalten Sie statt des Arbeitgeberzuschusses einen Zuschuss der Rentenversicherung (2026: 8,75 % der gesetzlichen Rente, höchstens die Hälfte des Beitrags). Wie Sie vorsorgen, zeigt unser Ratgeber PKV im Alter bezahlbar halten.
Kann ich später zurück in die GKV?
Nur unter engen Voraussetzungen. Vor dem 55. Geburtstag gelingt die Rückkehr vor allem über eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze oder etwa beim Bezug von Arbeitslosengeld. Wer nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig würde, in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei war, bleibt nach § 6 Abs. 3a SGB V versicherungsfrei. Planen Sie die PKV deshalb als Entscheidung für das ganze Leben.
So helfen wir
Wir sagen Ihnen auch, wenn die GKV in Ihrer Situation die bessere Wahl ist. Als Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, nicht an einen Versicherer gebunden, vergleichen wir über 400 Tarife aller großen PKV-Anbieter und stellen sie Ihrem GKV-Beitrag gegenüber. Kostenlos und unverbindlich, Rückmeldung in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Einen allgemeinen Systemvergleich finden Sie im Ratgeber PKV vs. GKV.